Fangbericht
Ein Tag, den man nie vergisst
Verpasste Bisse, eine gerissene Schnur und eine Stelle, die nichts gab. Im allerletzten Drift kam ein Hecht von 117 Zentimetern hoch.

Die Flachwasserbereiche hatte ich schon eine Weile abgeschrieben, also war der Plan, tiefere Kanten mit großen Ködern zu befischen. Die Männer kamen schließlich für einen großen Hecht. Ich finde es großartig zu sehen, wie weit Leute zu fahren bereit sind, um einen Tag an Bord zu kommen. Das motiviert mich nur noch mehr, das Maximum aus einem Angeltag zu holen. An der Stelle angekommen begannen wir mit ein paar Anweisungen, und ich zeigte Willem, wie er am besten mit einer Baitcaster fischt, einer Rolle, die man mit dem Daumen bremst. Simon hatte mehr Erfahrung und bekam sehr schnell den ersten Biss. Daneben. Das schaffte Vertrauen, aber nach ein paar Fehlbissen und einer gerissenen Schnur saßen wir mit den Händen im Haar. Wie konnte es so schlecht laufen?
Wir beschlossen, die Stelle in Ruhe zu lassen und später am Nachmittag zurückzukommen. Früher in der Woche hatte ich einen großen Hecht auf einem flachen Stück gefangen, wo die allerletzten Pflanzenreste standen. Also wagten wir trotz der Kälte einen Versuch an dieser flachen Stelle. Die großen Köder flogen wieder durch die Luft, aber weiter als bis zu einem Biss kamen die Männer nicht. Ich fragte Willem, ob er es mit einem kleinen Köder von 14 cm probieren wollte, einfach nur zum Testen. Beim ersten Wurf war es direkt so weit, und ein kleiner Hecht kam ins Boot. Endlich weg von der verhassten Null, aber dafür waren wir nicht gekommen. Wir fischten noch etwas weiter, doch die erste Stelle blieb im Kopf. Was würde dort noch herumschwimmen?
Es wurde all in an dieser ersten Stelle. Dort hatten wir am Morgen Aktion, und es wäre dumm gewesen, sie links liegen zu lassen. Zähne zusammen und werfen. Es blieb wieder still, und das Ende des Tages nahte. Plötzlich schoss ein enormer Hecht direkt vor dem Boot voll über Simons Köder. Wieder daneben. Wie konnte das sein? Beim nächsten Wurf verfehlte der Hecht den Köder erneut. Wir fuhren schnell zum Anfang des Drifts zurück, um ihn kurz in Ruhe zu lassen.
Der letzte Drift, alles oder nichts. Ich fische normalerweise nicht mit, aber Simon und Willem drängten darauf, dass ich diesen Drift mitfische. Je mehr Ruten im Wasser, desto besser. Dieser große Fisch musste heraus. Nach etwas Sträuben nahm ich doch meinen vertrauten Roach und machte einen Wurf. Hängt. Der große Hecht von eben hatte meinen Roach komplett eingesaugt. Die Männer waren außer sich, doch heimlich ärgerte ich mich, dass nicht sie ihn gefangen hatten. Auf dem Maßbrett endete die Schwanzflosse bei 117 cm, was für ein Brocken. Am Ende war das eine fette Belohnung für unsere harte Arbeit und das Pech vom Vormittag.
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