Fangbericht
Eine Meisterklasse im Angeln auf große Hechte
Harter Wind, trübes Wasser und stundenlang nichts. Beim Schleppen kam auf den letzten Metern ein Flusshecht von über zehn Kilo hoch.

Wir hatten enormes Pech mit dem Wetter. Der Wind stand voll über dem Wasser, was für trübes Wasser und hohe Wellen sorgte. Trotzdem fuhren wir raus. Chris war allein und hat die nötige Erfahrung, also kamen wir gerade noch aufs Wasser. Umso interessanter war es für ihn zu sehen, wie wir uns an die Bedingungen anpassen mussten, etwas, das man am Fluss manchmal täglich tun muss.
Nach einer langen Fahrt und einer kalten Dusche von oben erreichten wir ruhigeres Wasser. Die erste Stelle blieb verdächtig still, aber das trübte die Laune nicht. Wir unterhielten uns und fanden eine Stelle mit einem Schwarm Brassen. Ich erklärte Chris, wie man eine solche Stelle befischt und wo der Hecht an diesem Strukturtyp oft steht. Es zahlte sich sofort aus, und ein schöner Hecht holte sich seinen Swimbait direkt vor dem Boot. Das gab uns viel Vertrauen für den Rest des Tages, doch nach diesem Fisch blieb es stundenlang still, abgesehen von einem kleinen Hecht auf meinen Jerkbait.
Die Trickkiste ging weit auf, und ich entschied, dass es Zeit zum Schleppen war. Wenn es werfend nicht läuft, dann eben quälend langsam die Kanten entlang mit Planerboards, kleinen Brettern, die den Köder weit neben das Boot tragen. Wir hatten noch etwa zwei Stunden, also führte ich die Planer dicht an jedem möglichen Hotspot vorbei. Nichts. Kein Zupfer, gar nichts. Wir behielten unser Vertrauen, und auf den letzten Metern an einer meiner Lieblingsstellen passierte es. Die Rute mit dem größten Swimbait von fast 40 cm klappte zusammen. Das musste ein Brocken sein.
Ein kurzer, heftiger Drill in Wellen und Wind folgte, und ich bekam den Kescher unter den Hecht. Wir waren außer uns, was für ein Fisch. Im Wasser wirkte sie deutlich größer, als sie tatsächlich war. Vor allem der Umfang war enorm. Ein echter Flusshecht, genau wofür Chris gekommen war. Dieser Hecht ging sicher über zehn Kilo, und das schon im Oktober.
Wieder ein gelungener Tag, und wie schön ist es, wenn du ein paar Wochen später eine Nachricht von Chris bekommst, dass er jetzt selbst Hechte über dem Meter am Fluss fängt. Dafür macht man es.
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